Hubert Juraneks Fotografien entziehen sich der Zeit; wirken wie aus der Zeit gefallen. In einem einzigen Moment bündeln sie scheinbar die Ewigkeit. Einen Moment des Endes und des Neubeginns zugleich. Sie fangen diesen Moment ein, halten ihn an, laden den Betrachter ein sich in ihn hinein zu begeben und ihn noch einmal zu verlängern.

Wie stillgestellt liegen Landschaften und Objekte in schwarz-weiß und vielen Grautönen vor uns. Der angehaltene Moment, den die Fotografie repräsentiert, wiederholt sich im Moment des Verweilens, wenn der Betrachter in das Bild eintaucht und sein persönliches punctum* findet.

In Hubert Juraneks Fotografien findet sich eine Ruhe von der eine meditative Konzentration ausgeht. Diese spiegelt den Produktionsprozess der Arbeiten: Die scheinbar endlosen, traumhaften Momente die seine Kamera einfängt, bündeln tatsächlich > durch Langzeitbelichtungen < die Zeit.

*Quelle: Roland Barthes
Autorin: Annalena Roters, MuniqueART

 

VITA, AUSSTELLUNGEN UND VERÖFFENTLICHUNGEN (Auswahl)
*1982 in Innsbruck, Österreich
lebt und arbeitet in München

2017
Affordable Art Fair, 16. bis 19. November 2017, Hamburg

2016
Eine Reise (Einzelausstellung), myAudi Sphere, Nov. 2016 bis Januar 2017, München
Affordable Art Fair, 10. bis 13. November 2016, Hamburg
BLOOOM, 27. bis 30. Oktober 2016, Köln
ARTMUC, 2. bis 5. Juni 2016, München
HOUSEOFHRVST, 2. bis 16. Juni 2016, München
STROKE ARTFAIR, 4. bis 8. Mai 2016, München
ART Innsbruck, 28. bis 31. Januar 2016, Innsbruck

2015
Oktober // AUF NULL (Einzelausstellung), Galerie MuniqueArt, München
April-September // EINZIGARTIG (Einzelausstellung), Cafe Hüller, München
Juni-Juli // ZWISCHENWELTEN (Einzelausstellung), Dortmund

2014
November – ZWISCHENWELTEN (Einzelausstellung) Galerie art:ig, München

div. Gruppenausstellungen

Fotografie
seit 2011 // rein künstlerische Fotografie
2006 bis 2010 // Kommerzielle Fotografie in den Bereichen Architektur und Portraitfotografie
2006 // Grafikdesigner bei der Firma Medialounge
2005 bis 2006 // Fotografie Assistent bei Gerda Eichholzer

Architektur
seit 2011 Architekt in München
Freier Mitarbeiter in diversen Architekturbüros in Tirol
1997 bis 2002 // Höhere Bundeslehranstalt für Hochbau, Innsbruck
anschließendes Studium der Architektur an der Universität Innsbruck

TEXTE ZUR KUNST
(Auswahl)

Straßen. Mauern. Das Meer. Grenzen, die für Hubert Juranek keine sind. Er hebt sie auf in seinen Ansichten, zieht sie neu und wird zum Architekten einer eigenen Wirklichkeit.
Schwarz und weiß scheint sich die Welt darin zu zeigen. Doch offenbart der erste, zweite, dritte Blick im Übergang von Schwarz zu Weiß: das Leben. Verborgen in den Zwischentönen, eingehüllt in Licht und Schatten. Aufregend und apart zugleich erfasst er den Moment, den EINEN Augenblick, und bannt ihn auf das mit Silberhalogenid beschichtete Trägermaterial. Und so entstehen Arbeiten, die den Betrachter fühlen, innehalten lassen. „Berührend“, wie er selber sagt. So EINZIGARTIG, wie der Rahmen, der sie fasst.

Autorin: Stefanie Koller

“»Zwischenwelten« gibt Einblicke in die Architekturfotografie von Hubert Juranek. Der aus Innsbruck stammende Architekt stellt in seinen Arbeiten den städtischen bzw. städtebaulichen Kontext her, in den sich die architektonische Umwelt eingliedert.”
Veröffentlicht in DETAIL, 03.11.2014, Link

“Oder die Grammatik des Sehens, Hubert Juraneks Fotografien sind unverwechselbar durch den besonderen Blick, mit dem er seine Sujets auffasst und festhält. Das mag auch für andere Könner zutreffen, aber kaum einer kommt ihm gleich in der intellektuellen Anmutung, die insbesondere seine in den letzten Jahren entstandenen Aufnahmen auszeichnet. Sie sind das Ergebnis einer genau reflektierten Intuition, die er jeweils mit großer technischer Perfektion zu realisieren sucht, das Zusammenspiel von Proportion und Perspektive, es zur Perfektion zu führen. Als Inszenierung, Fiktion, Narration. Oder, um einen Gedanken von T. S. Eliot aufzunehmen: Hubert Juranek ist stets bestrebt, die Differenz, die sich zwischen Idee und Wirklichkeit auftut, zu minimieren, diese zum Verschwinden zu bringen.”
Autor: Dr. Jan Esche